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Orgelneubau

Benötigt Elsen eine neue Orgel?

Die alte Orgel im Jahr 2011

Eine der wohl emotionalsten und strittigsten Entscheidungen im Rahmen der Kirchenrenovierung war jene, ob die alte Orgel restauriert oder durch einen Neubau ersetzt werden soll. Schon lange vor der Planung zur Kirchenrenovierung war die Orgel so eines unserer Sorgenkinder und hätte in jedem Fall einer Überarbeitung und Instandsetzung erfordert.

Viele Expertenmeinungen wurden über die Zeit eingeholt: Kirchenmusiker, Orgelsachverständige des Bistums und diverse Orgelbauer gaben ihre Einschätzung zur bestehenden Orgel ab, die in ihrer Geschichte bereits mehrfach den Standort in der Kirche gewechselt hatte und zuletzt mit einem sehr „sterilen“ Orgelprospekt im Seitenschiff auf der Friedhofsseite platziert wurde.

Grundsätzlich, so die Tendenz aller Experten, wäre die weitere Nutzung der Orgel oder Teile von ihr möglich gewesen. Eine Garantie, dass dies auch auf Jahre hin funktionieren würde, wollte aber niemand so wirklich geben.
Dem Elsener Kirchenvorstand oblag nun die schwierige und auch emotionale Entscheidung, entweder die alte Orgel restaurieren (und erweitern) zu lassen oder ein komplett neues Instrument in Auftrag zu geben. Für eine neue Orgel gäbe es aber keine Zuschüsse, sodass der nicht unerhebliche finanzielle Aufwand von der Gemeinde komplett selbst gestemmt werden müsste.
Letztendlich fiel nach vielen Diskussionen im Spätherbst 2011 der Entschluss für den Bau einer neuen Orgel und die Auslobung eines Ideenwettbewerbs mit fünf renommierten deutschen Orgelbauern.

Durchsetzen konnte sich am Ende die Firma Hermann Eule Orgelbau aus Bautzen (Sachsen), die in ihrer über 140-jährigen Geschichte bereits diverse bedeutende Kirchen- und Konzertorgeln im In- und Ausland gebaut hat.

Kirchenrenovierung

Zum Osterfest 2016 erklang die alte Orgel zum letzten Mal und wurde mit Beginn der Kirchenrenovierung Mitte April komplett demontiert. Heute steht sie nach einer aufwendigen Aufarbeitung und einem Umbau in einer katholischen Kirche in Sanremo (Italien).

Demontage der alten Orgel im April 2016

Das neue Friedhofsportal im Rohbau am Standort der alten Orgel

Der Standort der neuen Orgel wurde vor die Taufkapelle, also ans hintere Ende des Langhauses, verlegt. Hier wurde bei den Sanierungsarbeiten vor dem Eingang zur Kapelle ein breiter Schacht in den Fußboden eingelassen, um die Orgel links und rechts vom Portal aufstellen zu können. Im Schacht verlaufen die entsprechenden technischen Verbindungen, um beide Teile von einem zentralen Spieltisch aus spielen zu können.

Am Aufstellort der alten Orgel wurde ein neuer Eingang in die Kirche und eine Kinderspielecke geschaffen.

Aufgrund verschiedener Verzögerungen, zuletzt der Corona-Pandemie und damit einhergehender Lieferschwierigkeiten konnte der Aufbau der Orgel erst im November 2020 beginnen. Also 3 Jahre nach dem Abschluss der Innensanierung.

In der Übergangszeit - eine Orgel existierte in der Kirche ja nicht mehr - stellte uns die Firma Eule eine sog. Kastenorgel für die musikalische Begleitung der Gottesdienste leihweise zur Verfügung.
Eine „richtige“ Orgel kann ein so kleines Instrument in einem großen Kirchenraum natürlich nicht ersetzen, machte das Warten auf die eigentliche für uns maßgeschneiderte Orgel aber erträglich.

Disposition der Eule-Orgel

Die Orgel besteht aus 25 Registern mit drei Extensionen (EXT) und zwei Vorabzügen (VA).

Hauptwerk (C-g''')

Bordun 16'
Principal 8'
Viola di Gamba 8'
Rohrflöte 8'
Octave 4'
Spitzflöte 4'
Quinte 2 2/3'  VA
Superoctave 2'  VA
Mixtur 4-fach 2'
Cornett 2-4-fach 2 2/3'
Trompete 8'

Schwellwerk

Lieblich Gedackt 16'
Geigenprincipal 8'
Flute Major 8'
Gedackt 8'
Viola 8'
Vox coelestis 8' ab c°
Fugara 4'
Flauto amabile 4'
Piccolo 2'
Progressio 3-4-fach 2'
Cor anglais 16'
Oboe 8'
Tremulant

Pedal

Violonbass 16'
Subbass 16'
Octavbass 8'
Cello 8'  EXT
Bassflöte 8'  EXT
Octave 4'  EXT
Posaune 16'

  • 2 Manuale mit je 56 Tasten
  • Pedal mit 30 Tasten
  • 3 Normalkoppeln
  • 3 Superkoppeln II-II, II-I, II-P
  • 2 Subkoppeln II-I, II-II
  • Schwelltritt
  • Setzeranlage mit 10.000 Kombinationen
  • 1745 Pfeifen - von 2,7cm bis 5,1m Länge
  • zweiteiliger Orgelprospekt: Pedalwerk auf der Kirchplatzseite, Manualwerk auf der Friedhofsseite

 

  • Erbaut im Jahr 2020 durch Hermann Eule Orgelbau, Bautzen
  • Intonation durch Johannes Adler & Ruben Barbara
  • Orgelweihe am 14. Februar 2021 durch Weihbischof em. Manfred Grothe

St. Dionysius Elsen
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33106 Paderborn

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