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02.06.2021 - TF

Hausgottesdienst zum 10. Sonntag im Jahreskreis


Wenn möglich, wird eine Kerze angezündet.

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Lied (Sie können die Lieder singen; Sie können aber auch den Text sprechen und vielleicht dabei die Melodie summen.): Lobet den Herren alle … (Gotteslob 81)

 

Gott, unser Vater, alles Gute kommt allein von dir. Schenke uns deinen Geist, damit wir erkennen, was recht ist, und es mit deiner Hilfe auch tun. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geist mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

 

Lesung aus dem Buch Genesis (3, 9-15)

Gott, der Herr, rief Adam zu und sprach: Wo bist du?  Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich. Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe? Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben und so habe ich gegessen.  Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du da getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt und so habe ich gegessen.

Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht      unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch sollst du kriechen      und Staub fressen alle Tage deines Lebens. Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf      und du triffst ihn an der Ferse.

 

Lied: Lass uns in deinem Namen, Herr … (Gotteslob 446) 

 

Lesung aus dem 2. Brief an die Korinther (4, 13 – 5, 1)

Schwestern und Brüder! Wir haben den gleichen Geist des Glaubens, von dem es in der Schrift heißt: Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet. Auch wir glauben und darum reden wir. Denn wir wissen, dass der, welcher Jesus, den Herrn, auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und uns zusammen mit euch vor sich stellen wird. Alles tun wir euretwegen, damit immer mehr Menschen aufgrund der überreich gewordenen Gnade den Dank vervielfachen zur Verherrlichung Gottes. Darum werden wir nicht müde; wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, der innere wird Tag für Tag erneuert. Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns in maßlosem Übermaß ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit, uns, die wir nicht auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare blicken; denn das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare ist ewig. Wir wissen: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel.

 

Lied: Herr, wir hören auf dein Wort … (Gotteslob 449)

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus (3, 20 – 35) 

Jesus ging in ein Haus und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass sie nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen. Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des Herrschers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.

Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben.  Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und gespalten ist, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus des Starken eindringen und ihm den Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern. Amen, ich sage euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften. Sie hatten nämlich gesagt: Er hat einen unreinen Geist.

Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben draußen stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum und man sagte zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen dich. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder.  Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

 

Gedanken zu den Lesungen dieses Sonntags:

Es war geschehen: Sie haben den Apfel (oder was für eine Frucht das sonst gewesen sein mag) gegessen. Reingefallen sind sie auf die Schlange, die ihnen weismachte, in den Besitz höherer Erkenntnis zu gelangen, wenn sie mal alle Bedenken beiseite lassen und vom Baum in der Gartenmitte essen. Das sei ihnen ohnehin aus nur einem einzigen Grund verboten: Gott möchte sie im Stand der Unwissenheit, der Unmündigkeit halten. Frucht pflücken und essen wäre demnach ein Befreiungsakt, Durchstieg zu Unabhängigkeit und eigenem Urteil.

Wir wissen, wie jene alte Erzählung weitergeht: Den beiden gingen die Augen auf und sie sahen, was sie nun waren: nackt (also ungeschützt), verängstigt (also ungeborgen) und von nun an auf der Flucht vor dem, von dem sie doch eigentlich unabhängig werden wollten…

Wir wissen, dass die Geschichte vom Paradies und wie man es verlor kein Tatsachenbericht ist; sie ist eine bildhafte Umschreibung für eine Erfahrung, die jeder zu eigenem Urteil fähige Mensch im Laufe seiner Lebensgeschichte auch heute noch macht: Wir verlassen die Geborgenheit des Kindseins und suchen die Herausforderungen des mündigen Lebens. Dabei macht jede/r die Erfahrung: Wer Freiheit will, geht Verantwortung ein. Man muss einstehen für das, was man unternimmt oder auch lässt.

Wir wissen auch, wie schnell das mit dem Gebrauch der Freiheit daneben gehen kann. Deswegen sind Augenmaß, Klugheit und insgesamt der Respekt vor Grenzen gefragt. Gut, wenn man weiß, wo sie verläuft, die Grenze zwischen richtig und falsch, zwischen erlaubt und geboten auf der einen und unerlaubt und verboten auf der anderen Seite. Wer solche Grenzen sehenden Auges ignoriert, begeht kein simples Kavaliersdelikt. Da geht es dann wirklich schon um Sünde: Sünde gegen Mitmenschen, Sünde gegen die intakte Schöpfung, Sünde gegen Gott. Im letzten – das sollten wir bedenken – immer Sünde gegen die Liebe.

Liebe aber – und auch das wissen wir – ist nur in Freiheit möglich. Sie ist auf Freiheit angewiesen. Nur wer in Freiheit liebt, liebt wirklich. Alles andere wäre Zwang oder mehr oder weniger bewusstes Handeln aus Berechnung. Liebe ist bedingungsloses Annehmen und sie ist mehr als ein bloßes Hinnehmen, ein tolerantes Aushalten. Liebe bedeutet, den anderen wollen – so wie er/sie ist. Nicht erst nach der einen oder anderen „Schönheitsreparatur“.

Im Evangelium heute spricht Jesus von der Vergebung, die Gott gewährt. Alles, was gegen die Liebe gesündigt und wirklich bereut wird, kann bei Gott, von Gott vergeben werden. Nur eines nicht: diese unverbrüchliche Liebe Gottes zu seinen Menschen zu leugnen.

 

Lied: Komm, o Tröster, Heilger Geist … (Gotteslob 349)

 

Fürbitten

Gott, unser gütiger Vater! Wir danken dir für deine Liebe und für die Aufgaben, die du uns in dieser Welt anvertraut hast. Wir wissen, dass wir sie nur erfüllen können, wenn wir ermutigt sind durch dich, durch deinen Beistand.

Dich bitten wir:

  • für unsere Pfarrgemeinden und für alle, die dafür eintreten, den Glauben an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.
  • für alle, die sich einsetzen für Versöhnung und Frieden.
  • für unsere Kranken und alle, die sich um sie sorgen.
  • für die Notleidenden, die Einsamen.
  • für unsere Verstorbenen.

 

Vaterunser

 

Segen

Dreifaltiger, gütiger Gott, wir danken für die Ermutigung, die du uns schenkst. Wir danken für deine Nähe zu allen, die versuchen, diese Welt in deinem Sinne zu gestalten und zu pflegen. Sei du mit uns, heute und alle Tage!

 

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Lied: Dank sei dir, Vater … (Gotteslob 484)

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