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05.03.2020 - TF

Fasten und Fastenzeit


©Prierlechapelet / Pixabay.com

Dass Essen und Trinken Leib und Seele zusammenhalten, ist mehr als nur eine Redensart. Dass übermäßiges, einseitiges oder auch ungeordnetes Essen oder Trinken krank machen kann, wissen zumindest all jene, die genau damit ihre Probleme haben. Bewusst weniger, anders oder Anderes zu sich zu nehmen, ist dann der durchweg sinnvolle Versuch, eine gesundheitlich zuträglichere Form für die  Nahrungsaufnahme zu finden.

Essen und Trinken haben auch einen sozialen Aspekt: Gemeinsame Mahlzeiten sind Ausdruck von Gemeinschaft und verstärken die emotionale Bindung der Menschen untereinander. Wer da aus freiem Willen aussteigt, will Zeichen setzen, Protest ausdrücken, zu Solidarität oder Mitleid herausfordern.

Mit „Fasten“ im Sinne der Fastenzeit hat das alles nur bedingt was zu tun, denn Fastenzeit ist mehr als eine Schlankheits- oder Entschlackungskur und eben auch mehr als ein Hungerstreik. Fasten hat einen religiösen und ethischen Bezug. Es hat in erster Linie mit mentaler und erst in zweiter Linie mit leibhaftiger Abkehr von dieser oder jener Gewohnheit zu tun. Das Leben soll neu geordnet werden.

Insofern gehören Fasten und Buße ganz eng zusammen. „Buße“ meint nicht ein Bußgeld zahlen oder eine wie auch immer geartete Wiedergutmachung zu leisten. Die Worte „Buße“ und „Besserung“ haben eine gemeinsame sprachgeschichtliche Wurzel. Buße meint demnach, neu und auf besserer Basis anzufangen, Altes hinter sich zu lassen, weil es als abwegig oder zumindest als nicht hilfreich erkannt ist.

Vierzig Tage dauert die Fastenzeit. Das sind in den sechseinhalb Wochen von Aschermittwoch bis Ostersonntag alle Wochentage mit Ausnahme der Sonntage. Die Anzahl der vierzig Tage nimmt Bezug auf die vierzig Jahre, die Israel nach dem Auszug aus Ägypten in der Wüste verbrachte und in denen es seine (neue) Identität finden sollte. Die vierzig Tage der Fastenzeit nehmen des Weiteren  Bezug auf die Schilderung im Matthäus-Evangelium, wonach Jesus sein öffentliches Wirken durch ein vierzigtägiges Fasten vorbereitet.

Soweit wir heute wissen, hat Jesus selbst gar nicht so viel über das Fasten gesprochen. Deutlich aber spricht er ein Trauerfasten an, das die halten werden, denen „der Bräutigam weggenommen“ wird (Mt 9, 15). Und drei Kapitel vorher im selben Matthäus-Evangelium (Mt 6, 16f) legt er uns nahe, aus unserem Fasten kein öffentliches Ereignis zu machen; es zu tun, aber ohne Aufhebens und ohne Larmoyanz.

Wie Fasten sich konkret gestaltet, wird jede und jeder selbst zu entscheiden haben. Es sollte sich aber nicht um irgendwelche Lappalien, sondern um echte Einschränkung handeln. Und wenn dann noch etwas dabei herauskommt, was Mitmenschen in der Nähe oder auch in der Ferne als ein Geschenk empfinden können, dann ist es ein gutes Fasten.

Theo Breul, Diakon

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