St. Dionysius Elsen im Pastoralverbund Elsen-Wewer

Die Pfarrkirche

Aufgrund von Urkunden lässt sich kein Gründungsdatum der Pfarrei oder ein Weihedatum für die erste Kirche in Elsen festlegen. Erstmals wird 1231 in einer Urkunde die zum Archidiakonat des Dompropstes gehörende Pfarrei Elsen genannt. Dennoch lassen Baubefunde an der Kirche und nicht zuletzt das Patrozinium des hl. Dionysius auf eine der ältesten Kirchen im Hochstift Paderborn schließen.

Kirchturm Südansicht (Von-Ketteler-Straße)

Kirchturm Südansicht (Von-Ketteler-Straße)

Der Turm ist heute der Rest einer einschiffigen romanischen Dorfkirche, die vor rund 140 Jahren (1850/51) einem Kirchenneubau weichen musste. Er ist in fünf Geschosse gegliedert, die mit einem pyramidenförmigen Dach bekrönt sind. Der Turm ist, wie die übrige Kirche auch, in Kalkstein ausgeführt. Die Wandflächen sind dabei schmucklos ohne jede Verzierung und werden nur durch Fensteröffnungen sowie zwei Schießscharten unterbrochen. Diese zeichnen den Turm als Wehranlage aus, die den Dorfbewohnern früher bei Gefahr Schutz bieten konnte.

Die beiden unteren Geschosse, die außer späterer Fensteröffnungen, nur mit einem Eingang im unteren Geschoß und den zwei Schießscharten im oberen Geschoß nach Außen durchbrochen sind, können als der älteste heute noch bestehende Teil der Kirche angesehen werden. Da die Wandstärke nur ca. 1m beträgt, war wohl nicht geplant eine fünfgeschossige Anlage zu bauen.
Folglich muss der untere Teil des Turmes wesentlich älter sein. Das untere Geschoß, heute Taufkapelle, wird durch ein Kreuzgewölbe abgeschlossen. Das zweite Geschoß war, bis zum Anbau eines Treppenturms, nur durch eine etwa 40cm breite und 170 cm hohe Mauertreppe zu erreichen gewesen.

Die drei folgenden Geschosse wurden wohl um 1200 gebaut, da die Fensteröffnungen vielen Beispielen gleichen Alters aus der nächsten Umgebung (Domturm Paderborn, Anfang 13.Jahrhundert) gleichen. Die Mittelsäulchen der Rundbogenfenster hatten in früherer Zeit verschieden geformte Kapitelle.
Bis 1850 schloss sich eine einschiffige romanische Kirche an den Turm an. Der Kirchenraum wurde durch zwei Joche in Form der heutigen Taufkapelle im Turm gebildet. Den Chorraum bildeten zwei schmalere Joche und ein 3/6 Abschluss. Diese Kirche wurde aus Platzgründen abgerissen und durch eine dreischiffige neugotische Kirche ersetzt. Aus dieser Zeit stammt auch der größte Teil der Innenausstattung.

1925 musste der Kirchenneubau von 1850, ebenfalls aus Platzgründen, um das Querschiff, den Chorraum und zwei Sakristeien erweitert werden.

Mit Ausnahmen stammen die meisten Ausstattungsstücke der Kirche aus den letzten beiden Jahrhunderten.

Eine der Ausnahmen ist der romanische Taufstein (um 1260). Auf ihm finden sich Darstellungen der Muttergottes, der Taufe Jesu sowie Apostel und Evangelisten paarweise angeordnet.
Neben anderen Statuen verfügt die Kirche auch über zwei des Patron Dionysius und des Mitpatrons Urban. Sie stammen wahrscheinlich aus der Werkstatt der Paderborner Bildhauerfamilie Gröninger, die im 17. und 18.Jahrhundert viele Kirchen und Klöster im Bistum ausstatteten. Sie waren bis 1971 Teil des Hochaltares und flankieren heute den Altarraum.
Eine zweite Dionysiusstatue findet sich über dem so genannten Dionysiustor, das bei der Kirchenerweiterung 1925 geschaffen wurde. Sie zeigt, wie die eben genannte Statue auch, den Heiligen als Bischof, der sein abgeschlagenes Haupt in den Händen hält.
Auf zwei im neugotischen Stil gehaltenen Fenstern (1904) befinden sich Darstellungen über das Leben des hl. Dionysius. – Auf den Fensterbildern wird fälschlicherweise der hl. Dionysius von Paris mit dem hl. Dionysius von Athen gleichgesetzt, der eben dort in Athen durch Paulus zum christlichen Glauben bekehrt wurde (Apg.17.34). Somit findet sich auf dem einen der Fenster Paulus wieder, der im Beisein berühmter Philosophen (Sokrates, Aristoteles, Platon und Epikur) Dionysius bekehrt.
Das zweite Fenster zeigt den hl. Dionysius von Paris, wie er mit gebundenen Händen vor seinem Scharfrichter steht. Ihn umgeben Menschen, die diesem Schauspiel beiwohnen wollen.

Nordseite der Kirche (Friedhofseite)

Nordseite der Kirche (Friedhofseite)

Wie anderen Ortes auch hatte und hat die Elsener Pfarrgemeinde ihrem Patron eine Glocke gewidmet. Die Inschrift einer 1641 gegossenen Glocke, die neben der Jungfrau Maria auch dem hl. Dionysius gewidmet war, ist uns heute noch bekannt. Sie erlitt das Schicksal vieler Glocken und wurde mit einer zweiten Glocke aus dem selben Jahr im Sommer 1942 beschlagnahmt.

Ihre Inschrift lautete:

„Ad christi jesu virginis qu. matris mariae et s. dionysy patroni gloriam haec campana * reparata 1641: everardo crone pastore. joanne roren holtgravio * henrico schliden. schulteto. et liborio fischer. tempelarys. sidens pro nobis quis contra nos.” (Ø 1.1m)

Nach dem Weltkrieg konnte 1948 eine neue Dionysiusglocke angeschaft werden. Sie hat die Inschrift: „TE MARTYRUM CANDIDATUS LAUDAT EXERCITUS S: DIONYSI, ORA PRO NOBIS” (Ø O,94m).

 


 

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